DIE TAFEL­GRUND­SÄT­ZE

Prä­am­bel

Nicht alle Men­schen haben ihr täg­lich Brot — und doch gibt es Lebens­mit­tel im Über­fluss. Die Tafeln in Deutsch­land bemü­hen sich hier um einen Aus­gleich. Ziel der Tafeln ist es, qua­li­ta­tiv ein­wand­freie Nah­rungs­mit­tel, die im Wirt­schafts­pro­zess nicht mehr ver­wen­det wer­den kön­nen, an Men­schen in Not zu ver­tei­len.

 

Grund­satz 1

Die Tafeln sam­meln über­schüs­si­ge Lebens­mit­tel, die nach den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen noch ver­wert­bar sind, und geben die­se an Bedürf­ti­ge ab.

Durch­füh­rungs­be­stim­mung:
Die Tafeln kön­nen auch Arti­kel des täg­li­chen Bedarfs aus­ge­ben. Der Schwer­punkt muss auf dem Ein­sam­meln und Aus­ge­ben von Lebens­mit­teln lie­gen. Die Abga­be erfolgt unent­gelt­lich oder gegen einen gerin­gen Kos­ten­bei­trag, wie z.B. eine Mün­ze pro Haus­halt und Aus­ga­be. Die Ermitt­lung der Bedürf­tig­keit ori­en­tiert sich an der Abga­ben­ord­nung § 53 unter Berück­sich­ti­gung der ört­li­chen Gege­ben­hei­ten und wird von jeder Tafel indi­vi­du­ell fest­ge­legt. Die Abga­be der Lebens­mit­tel erfolgt unter Beach­tung der Lebens­mit­tel­hy­gie­never­ord­nung (LMHV) und des Infek­ti­ons­schutz­ge­set­zes.

Grund­satz 2

Die Arbeit der Tafeln ist ehren­amt­lich und kann — wenn mög­lich und not­wen­dig — unter­stützt wer­den durch ver­schie­den finan­zier­te und geför­der­te Mit­ar­bei­ter.

Grund­satz 3

Die Arbeit der Tafeln wird durch Spen­der und Spon­so­ren unter­stützt.

Grund­satz 4

Die Tafeln arbei­ten unab­hän­gig von poli­ti­schen Par­tei­en und Kon­fes­sio­nen. Die Tafeln hel­fen allen Men­schen, die der Hil­fe bedür­fen.

Grund­satz 5

Der Name ‘Tafel’ ist als ein­ge­tra­ge­nes Mar­ken­zei­chen durch den Bun­des­ver­band Deut­sche Tafel e.V. recht­lich geschützt.

Durch­füh­rungs­be­stim­mung:
Die Bezeich­nung des Ver­eins oder des Pro­jekts ist der vor­an­ge­stell­te Orts­na­me in Ver­bin­dung mit dem Namen ‘Tafel’ und ggf. e.V., z.B. Ber­li­ner Tafel e.V.. Tafeln in Trä­ger­schaft dür­fen die Bezeich­nung des Trä­gers als Zusatz­in­for­ma­ti­on ver­wen­den. Der Name ‘Tafel’ ist schrift­lich beim Bun­des­ver­band Deut­sche Tafel e.V. zu bean­tra­gen. Das Logo des Bun­des­ver­ban­des Deut­sche Tafel e.V. soll­te von der loka­len Tafel in Form und Far­be ohne jede Ver­än­de­rung über­nom­men wer­den.

Grund­satz 6

Die Arbeit der Tafeln steht immer im loka­len Bezug. Die Tafeln respek­tie­ren den Gebiets­schutz, ohne mit­ein­an­der zu kon­kur­rie­ren.

Durch­füh­rungs­be­stim­mung:
Bei Unstim­mig­kei­ten in der regio­na­len Tafel­ar­beit, z. B. bei Tafel­neu­grün­dun­gen oder bei bereits bestehen­den Tafeln, soll­te vor­ran­gig eine ein­ver­nehm­li­che Lösung im Inter­es­se der Bedürf­ti­gen vor Ort ange­strebt wer­den. Ist dies nicht mög­lich, sind die zustän­di­gen Län­der­ver­tre­ter hin­zu­zu­zie­hen. Die Tafeln tau­schen regio­nal und über­re­gio­nal Infor­ma­tio­nen und Erfah­run­gen aus. Die Tafeln hel­fen ein­an­der mit dem Ziel, die loka­le Tafel­ar­beit wir­kungs­voll zu unter­stüt­zen.

Grund­satz 7

Die Tafel­grund­sät­ze des Bun­des­ver­ban­des Deut­sche Tafel e.V. sind Leit­li­ni­en zur Arbeit der Tafeln in Deutsch­land. Die Tafel erklärt durch ihre Unter­schrift die Aner­ken­nung und Ein­hal­tung der Tafel­grund­sät­ze.

Grund­satz 8

Der Bun­des­ver­band Deut­sche Tafel e.V. ach­tet auf die Ein­hal­tung der Tafel­grund­sät­ze. Bei Nicht­ein­hal­tung der Tafel­grund­sät­ze bean­tragt der Bun­des­ver­band in Abstim­mung mit dem zustän­di­gen Län­der­ver­tre­ter ein Ver­fah­ren zur Aberken­nung des Namens ‘Tafel’ und gege­be­nen­falls ein Ver­fah­ren zum Aus­schluss aus dem Ver­ein Deut­sche Tafel e.V.

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